

Veranstaltungen im Pfahl und weltweit
Veranstaltungs-Flyer

Botschaft von Sven Egly,
Mitglied im Hohen Rat des Pfahles Friedrichsdorf
Neuroplastizität und Dankbarkeit
Durch meine Arbeit in der Personalabteilung eines Herstellers für Solarwechselrichter habe ich regelmäßig Kontakt mit Psychologen. Nicht etwa, weil ich selbst ständig eine Therapie brauche, sondern weil viele meiner Kolleginnen und Kollegen Psychologen sind. Dabei bin ich auf ein faszinierendes Phänomen gestoßen, das mich sofort an das Evangelium Jesu Christi erinnert hat: die Neuroplastizität.
Der Begriff klingt zunächst sehr wissenschaftlich. Vereinfacht bedeutet Neuroplastizität aber nichts anderes als die Fähigkeit unseres Gehirns, sich zu verändern und anzupassen. Unser Gehirn ist nicht statisch. Je nachdem, womit wir uns beschäftigen, worauf wir unsere Gedanken richten und welche Gewohnheiten wir entwickeln, entstehen neue neuronale Verbindungen. Anders gesagt: Das Gehirn wird durch das geprägt, was wir regelmäßig denken, fühlen und tun.
Eine Studie brachte diesen Gedanken auf den Punkt: Wenn wir uns auf das Gute konzentrieren, verdrahtet sich unser Gehirn neu, um noch mehr Gutes wahrzunehmen. Das ist die Magie der Neuroplastizität.
Als ich mich mit diesem Thema beschäftigte, wurde mir plötzlich etwas bewusst. Präsident Russell M. Nelson lädt uns seit Jahren immer wieder ein, unser Denken zu verändern und unser Herz auf Christus auszurichten. Vielleicht hat er dabei nicht ausdrücklich von Neuroplastizität gesprochen, aber vieles von dem, was er lehrt, entspricht genau diesem Prinzip. Als ein weltweit angesehener Arzt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass er mit diesem Prinzip vertraut war.
Präs. Nelson hat uns immer wieder und sehr häufig Einladungen ausgesprochen. Er hat uns zur täglichen Umkehr aufgefordert. Er hat uns eingeladen:
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regelmäßig den Tempel zu besuchen
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celestial zu denken
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geistige Schwungkraft aufzubauen
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und Friedensstifter zu sein.
All diese Einladungen helfen uns, unsere Gedanken und Gewohnheiten neu auszurichten. Sie verändern nicht nur unser Handeln, sondern prägen langfristig auch unser Denken und damit die Art, wie wir die Welt wahrnehmen.
Besonders deutlich wird das am Beispiel der Dankbarkeit. Präs. Nelson sprach während der Pandemie von der „heilenden Kraft der Dankbarkeit“ und erklärte, dass es besser sei, unsere Segnungen zu zählen als unsere Probleme („counting blessings is far better than recounting problems“). Heute bestätigt sogar die Neurowissenschaft diese Aussage.
Dankbarkeit aktiviert Bereiche des Gehirns, die mit Wohlbefinden, Motivation und Entscheidungsfindung verbunden sind, insbesondere den präfrontalen Cortex und das Belohnungssystem. Gleichzeitig werden vermehrt Dopamin und Serotonin ausgeschüttet, die positive Emotionen fördern. Dankbarkeit senkt außerdem den Cortisolspiegel und reduziert Stress. Dadurch entstehen bessere Bedingungen für das Wachstum neuer neuronaler Verbindungen. Wer regelmäßig Dankbarkeit übt, entwickelt oft mehr Resilienz, mehr innere Ruhe und eine bessere emotionale Stabilität. Das Gehirn lernt, sich stärker auf das Positive auszurichten. Genau das beschreibt Neuroplastizität.
Für mich bedeutet das, dass Dankbarkeit nicht nur eine geistige Tugend ist, sondern auch eine Art Training für unser Gehirn. Jedes Mal, wenn wir bewusst unsere Segnungen zählen, stärken wir die neuronalen Verbindungen, die Hoffnung, Zuversicht und Glauben fördern.
Deshalb möchte ich eine einfache Einladung aussprechen: Trainieren wir unser Gehirn in Dankbarkeit. Geben wir dem Herrn jeden Tag Gelegenheit, unsere Gedanken und unser Herz zu formen.
Wenn ich darüber nachdenke, gibt es vieles, wofür ich dankbar bin. Ich bin dankbar, dass ich seit meinem Herzinfarkt jeden Morgen aufwachen darf und Zeit mit meiner Familie verbringen kann. Ich bin dankbar für meine Frau und unsere drei Kinder. Ich bin dankbar für das Evangelium Jesu Christi, für sein Sühnopfer und seine Auferstehung. Ich bin dankbar für lebende Propheten, für einen Tempel in unserer Nähe und für die Möglichkeit, im Werk des Herrn mitzuarbeiten und in meiner Berufung die Gemeinde Wetzlar besuchen zu dürfen.
Ich glaube, dass der Herr uns nicht nur geistig verändern möchte, sondern dass das Evangelium tatsächlich unser Denken, unser Herz und sogar die Art, wie wir die Welt wahrnehmen, verändert. Wenn wir die Einladungen der Propheten annehmen, entwickeln wir geistige Schwungkraft und richten unser Leben immer stärker auf Jesus Christus aus.
Ich bezeuge, dass die Lehren Jesu Christi die Kraft haben, uns zu verändern. Durch tägliche Umkehr, Dankbarkeit und die bewusste Ausrichtung auf den Erretter können wir Schritt für Schritt mehr Freude, Frieden und Glauben entwickeln.
Im Namen Jesu Christi. Amen.
Sven Egly















