
Veranstaltungs-Flyer


Botschaft von Taber Johnson,
Mitglied im Hohen Rat des Pfahles Friedrichsdorf
Die Eroberung einer Reichsstadt
Wer die Geschichte der Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber kennt, weiß, dass die Stadt in ihrer langen Geschichte bisher nur ein einziges Mal erobert wurde. Das geschah im Jahr 1631 während des Dreißigjährigen Krieges. Als protestantische Reichsstadt stand Rothenburg damals unter dem Schutz Schwedens, wurde jedoch von den kaiserlichen Truppen unter der Führung des Grafen Johann T’Serclaes von Tilly überrannt.
Das änderte sich Anfang August 2026. Die Stadt, die längst nicht mehr den Status einer Reichsstadt besitzt, wurde ein zweites Mal erobert.
Vielleicht haben Sie davon nichts mitbekommen? Anfang August gab es schließlich viele andere bemerkenswerte Ereignisse: eine Sonnenfinsternis, steigende Inflationsraten und den Schulanfang. Möglicherweise ist die Nachricht von Rothenburgs zweiter Eroberung zwischen all den anderen Schlagzeilen untergegangen.
Aber keine Sorge: Ich war dabei und habe es persönlich erlebt. Gerne erzähle ich Ihnen davon …
Im Sommer hatten wir Besuch aus den USA. Gemeinsam wollten wir unter anderem die wunderschöne mittelalterliche Stadt Rothenburg ob der Tauber besichtigen. Wir übernachteten dort und erkundeten vor unserer Weiterreise durch Süddeutschland noch die letzten Winkel und Gassen der Altstadt. Ein letztes Mal waren wir auf der Stadtmauer unterwegs. Noch ganz erfüllt von der mittelalterlichen Atmosphäre machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel, um auszuchecken.
Und dann geschah es: die zweite Eroberung der Stadt!
Zu unserer Rechten, etwa fünfzig Meter entfernt, befand sich eine kleine Öffnung in der Stadtmauer, kaum größer als eine Haustür. Ich wurde Augenzeuge, als der erste junge Mann durch diese Öffnung die Altstadt betrat. Sofort fiel mir sein Schild auf. Aus der Entfernung konnte ich die übrige Ausrüstung nicht so deutlich erkennen, doch eines war mir sofort klar: Er war „mit Macht und großer Herrlichkeit“ ausgerüstet (1 Nephi 14:14).
Kurz darauf drängten weitere Personen durch die Öffnung in die Altstadt: Männer und Frauen, alle genauso ausgerüstet wie der Erste.
Ich wusste, was sich auf der anderen Seite der Stadtmauer befand: ein großer Busparkplatz. In den ersten Augenblicken der Eroberung stellte ich mir vor, dass dort mehrere Busse mit zahlreichen Eroberinnen und Eroberern bereitstanden. Tatsächlich waren es jedoch nur etwa fünfzehn bis zwanzig Menschen, die die Stadt vollständig „eroberten”.
Trotz ihrer geringen Zahl boten sie ein beeindruckendes Bild. Ich selbst war so überrascht, dass ich regelrecht erstarrte. Meine Familie und ich waren die ersten „Opfer“ dieser Eroberung, denn wir standen nur wenige Schritte von der Stelle entfernt, an der sie in die Stadt eindrangen. Wir hatten schlicht keine Chance.
Allerdings waren wir in diesem Fall freiwillige Opfer.
Bei den Eroberinnen und Eroberern handelte es sich nämlich um Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Sie trugen ihre Schilder, und wir erkannten sofort, und spürten deutlich, dass sie „mit Rechtschaffenheit und mit der Macht Gottes in großer Herrlichkeit ausgerüstet waren“ (1 Nephi 14:14).
Unter ihnen war auch Sister Chisholm, die lange Zeit in unserer Gemeinde gedient hatte. Präsident und Sister Theurer waren ebenfalls mit ihrer Tochter dabei. Es handelte sich um die Abschiedsreise jener Missionare, die ihre Mission erfolgreich beendet hatten.
Dass wir die Missionare am letzten Tag ihrer Mission in Deutschland unerwartet trafen, empfanden wir als ein Wunder. Unsere Herzen waren voller Dankbarkeit für ihren Dienst. In diesem Moment wurde uns erneut bewusst, wie kostbar Vollzeitmissionare für uns, unsere Gemeinden und unseren Pfahl sind.
Dabei musste ich an einen Vers aus dem Buch Mormon denken, den meine Frau oft zitiert:
"Und nun begab es sich: Alma fing an, von dieser Zeit an das Volk zu lehren, und diejenigen, die mit Alma waren, als der Engel ihnen erschien; sie zogen ringsum durch das ganze Land … und predigten das Wort Gottes in viel Drangsal; denn sie wurden von denen, die ungläubig waren, heftig verfolgt und von vielen geschlagen.
Aber trotz alledem gaben sie der Kirche viel Trost; sie stärkten allen den Glauben und ermahnten sie mit Langmut und viel Beschwernis, die Gebote Gottes zu halten." (Mosia 27:32–33)
Missionare haben den Auftrag, Menschen zu Christus zu bringen. Das tun sie auch für Mitglieder wie Sie und mich, die bereits fest im Evangelium verankert sind. Auch wir brauchen den Trost, das Licht und die Begeisterung, die Missionare in unsere Städte und Dörfer bringen.
Unsere Pfahlpräsidentschaft arbeitet eng mit den Missionsleitern, Präsident und Sister Theurer, zusammen.
Was können wir als Mitglieder des Pfahles tun, um ihrem Beispiel zu folgen und die Missionare und Missionarinnen in unserem Pfahl zu unterstützen?
Ich möchte zwei einfache Anregungen weitergeben, wie wir damit anfangen können. Sie stammen von Elder S. Gifford Nielsen aus seiner Ansprache „Beschleunigen wir die Spieltaktik des Herrn!“ (Generalkonferenz, Oktober 2013):
1. Lernen Sie die Missionare kennen und beten Sie namentlich für sie
Beten Sie jeden Tag namentlich für die Missionare in Ihrer Gegend und die Freunde der Kirche, um die sich diese bemühen. Das geht nur, wenn man [die Missionare in der Gemeinde] begrüßt, auf ihr Namensschild schaut, sie mit Namen anspricht und sie fragt, wen sie gerade unterweisen.
2. Beten Sie darum, jemanden dem Erretter näherzubringen
Beten Sie jeden Tag konkret dafür, jemanden dem Erretter und seinem Evangelium näherzubringen. Sie können dies erreichen, indem Sie alle Menschen als Söhne und Töchter Gottes betrachten, die einander auf der Heimreise helfen.
Vergessen wir dabei auch nicht die jungen und älteren Menschen aus unseren Gemeinden, die in alle Welt ausgesandt werden, um das Evangelium zu verkünden. Auch unsere eigenen Missionare können wir unterstützen, wenn wir namentlich für sie beten und uns bemühen, andere Menschen dem Erretter näherzubringen.
Ich bin dankbar für die Vollzeitmissionare, wo immer sie dienen. Ich bezeuge, dass sie mit der Macht Gottes ausgerüstet sind. Sie erobern die Welt auf die Weise des Herrn: indem sie sich um den Einzelnen kümmern und jedem helfen, dem Bündnispfad zu folgen, der zu Jesus Christus und unserem Vater im Himmel führt.
Im Namen Jesu Christi. Amen.
Taber Johnson
Das Blasen der Posaune und die Sammlung Israels - Gedanken zum 22. September
Die Eroberung einer Reichsstadt
Heute ist der 22. September 2026 – ein Datum, dessen Bedeutung uns im Alltag nicht immer bewusst ist. Warum ist dieser Tag gerade für uns als Heilige der Letzten Tage so besonders?
Tage des Gedenkens und der Einkehr
Seit Anbeginn der Schöpfung hat der Herr seinen Kindern heilige Zeiten und Gedenktage gegeben. Sie helfen uns, „immer an ihn zu denken" und die großen Wundertaten nicht zu vergessen, die er für uns vollbracht hat.
Der Sabbat.
Der bekannteste dieser Tage ist der Tag des Herrn. Er erinnert uns an die Schöpfung, die der Vater durch den Sohn ausgeführt hat. In unserer Evangeliumszeit hat der Herr dem Propheten Joseph Smith die tiefere Bedeutung dieses Tages erneut offenbart:
„Und damit du dich selbst noch mehr von der Welt unbefleckt halten mögest, sollst du an meinem heiligen Tag ins Haus des Betens gehen und deine heiligen Handlungen darbringen." (LuB 59:9)
Das Paschafest.
Dem alten Israel gab der Herr weitere Gedenktage. Das Paschafest wies mit seinen Opferlämmern symbolisch auf das Lamm Gottes hin. So wie das Blut der Lämmer Israel in Ägypten vor dem Tod bewahrte, so überwindet das Sühnblut Jesu Christi den geistigen und den körperlichen Tod für die ganze Menschheit.
Ostern.
An Ostern gedenken wir des unendlichen Opfers, das das Lamm Gottes, ja Jesus Christus selbst, für uns dargebracht hat. Er hat unsere Schuld bezahlt – für alle, die ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist haben. Durch sein Sühnopfer und seine Auferstehung können wir zum Vater zurückkehren.
Weihnachten.
Zu Weihnachten erinnern wir uns an seine Geburt: an das Licht, das in die Welt gekommen ist – ein Licht, das die Finsternis nicht erfassen kann.All diese Tage erinnern uns an seine Liebe zu uns.
Die Herbstfeste Israels und der 22. September
Im Gesetz des Mose bestimmte der Herr für den siebten Monat des hebräischen Kalenders eine Reihe weiterer heiliger Tage, die mit der Herbsternte zusammenfielen:
1. Das Fest der Posaunen (Rosch ha-Schana) – ein Ruf zur Einkehr und zur Umkehr.
2. Der Versöhnungstag (Jom Kippur) – der heiligste Tag im Judentum, an dem Versöhnung und Vergebung im Mittelpunkt stehen.
3. Das Laubhüttenfest (Sukkot) – die dankbare Erinnerung an die vierzigjährige Wüstenwanderung und an die bewahrende Fürsorge des
Herrn.
Am Fest der Posaunen beten die Juden traditionell darum, dass Gott sich der Bündnisse mit den alten Patriarchen erinnert und sein zerstreutes Volk wieder sammelt.
Jesaja prophezeite über diesen Tag:
„Und geschehen wird es an jenem Tage: Da wird in eine große Posaune gestoßen; dann werden alle, die sich im Lande Assyrien verloren haben, und die im Lande Ägypten Versprengten heimkehren und den Herrn anbeten auf dem heiligen Berge in Jerusalem." (Jesaja 27:13)
Auch Sacharja verbindet das Erschallen der Posaune Gottes mit der Verheißung, dass Ephraim mithelfen wird, das Bundesvolk aufzurichten und zu seiner Herde zu sammeln (siehe Sacharja 9:13–16).
Ein Datum für die Sammlung in den letzten Tagen: der 22. September 1827
Heute vor 199 Jahren – am frühen Morgen des 22. September 1827 – geschah etwas, das die Welt verändert hat: Joseph Smith empfing aus den Händen des Engels Moroni die Goldenen Platten.
Es ist kein Zufall, dass dies in die Zeit der Herbstfeste fiel, und zwar genau auf den Tag des Posaunenblasens. Das Buch Mormon wurde hervorgebracht, um die Sammlung Israels einzuleiten, der Welt ein weiteres Mal zu bezeugen, dass Jesus der Christus ist, und alle einzuladen, sich auf sein Kommen vorzubereiten.
Auf dem Titelblatt des Buches Mormon heißt es:
„… er [der Bericht] soll dem Überrest des Hauses Israel zeigen, was der Herr Großes für seine Väter getan hat; und es soll die Bündnisse des Herrn erkennen und dass es nicht für immer verstoßen ist – auch sollen die Juden und die Andern davon überzeugt werden, dass Jesus der Christus ist, der ewige Gott, der sich allen Nationen kundtut …"
Der Ruf zur Sammlung in unserer Zeit
Wenn wir heute auf vielen Tempeln der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage blicken, sehen wir auf manchen von ihnen die Statue des Engels Moroni mit der Posaune am Mund. Sie ist ein Sinnbild für die Erfüllung dieser alten Prophezeiungen.
Heute steht eine Schar von über 90.000 rechtschaffenen jungen Männern, jungen Frauen und Seniormissionaren bereit. Aus Ephraim und aus allen Stämmen Israels lassen sie ihre Stimme ertönen. Sie laden alle Menschen ein, zu Christus zu kommen, Bündnisse mit Gott zu schließen und zum Berg des Herrn heraufzukommen.
Der Posaunenschall unserer Tage ist:
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die Botschaft des Buches Mormon als ein weiterer Zeuge für Jesus Christus,
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der Ruf zur Umkehr und zur Vorbereitung auf das Zweite Kommen des Herrn,
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die Arbeit im Weingarten, um die letzte Ernte einzubringen.

Unser persönlicher Entschluss
An diesem Tag denken wir auch daran, was andere vor uns auf sich genommen haben, damit wir das Buch Mormon in Händen halten können. Moroni, der letzte Überlebende seines Volkes, wanderte 36 Jahre lang allein durch den amerikanischen Kontinent, um die Platten an der rechten Stelle zu verwahren – bis sie vor 199 Jahren dem Propheten Joseph Smith übergeben werden konnten.
Denken wir an Joseph Smith, durch den das Buch Mormon hervorkam und die Kirche Jesu Christi wiederhergestellt wurde, und an seinen Bruder Hyrum: Beide haben ihr Zeugnis vom Buch Mormon mit ihrem Blut besiegelt. Und denken wir an die vielen Helfer und Heiligen jener schweren Zeit – etwa an Emma Smith, von der Moroni zu Joseph sagte, er werde die Platten nur dann erhalten, wenn er die richtige Person mit zum Hügel Cumorah bringe.
Wenn wir das Buch Mormon wertschätzen und darin lesen, bewahren wir unser Zeugnis. Denn darin ist die Fülle des Evangeliums enthalten – und es erinnert uns daran, dass die Zeit der Ernte kostbar ist.
Präsident Nelson hat erklärt, das Buch Mormon sei „Gottes Werkzeug, [die] Sammlung [Israels] zustande zu bringen" (siehe Liahona, Juli 2014, „Das Buch Mormon, die Sammlung Israels und das Zweite Kommen").
Lasst uns also unsere Sichel mit aller Kraft einschlagen und unsere Mitmenschen in Liebe einladen, im Buch Mormon zu lesen und die heilende und heiligende Kraft dieses Buches selbst zu erfahren.
Zum Schluss möchte ich Joseph Smith Zeugnis vom Buch Mormon geben lassen:
„Ich habe den Brüdern gesagt, das Buch Mormon sei das richtigste aller Bücher auf Erden und der Schlussstein unserer Religion, und wenn man sich an dessen Weisungen halte, werde man dadurch näher zu Gott kommen als durch jedes andere Buch." (History of the Church, Band 4, Seite 461)
Ich bezeuge: Das Buch Mormon ist das Wort Gottes, und es bringt mich näher zu Jesus Christus. Er ist der Christus, unser lebendiger Erlöser, und er wird wiederkommen.
Im Namen Jesu Christi. Amen.
Andreas Kleinert
Beauftragter für Kommunikation im Pfahl Friedrichsdorf





















